Beschäftigung ≠ Produktiviät
Nur, weil du etwas tust, bedeutet das nicht, dass du auch produktiv bist. Du kannst noch so viel Zeit am Laptop verbringen, wenn du an den falschen Dingen arbeitest, kommst du keinen Schritt weiter.
Kennst du auch das Gefühl, den ganzen Tag gearbeitet zu haben und trotzdem kommt es dir so vor, als hättest du nichts geschafft? Dabei hast du nicht einmal Pause gemacht und eigentlich auch ToDos abgehakt. E-Mails beantwortet, Social Media bespielt, Website angepasst … und doch bist du keinen Schritt weiter als Stunden zuvor, als du dich an den PC gesetzt hast.
Das Fiese ist, du bildest es dir nicht ein. Beschäftigt sein ist nicht dasselbe wie Produktivität.
Produktivität bedeutet nicht, mehr in weniger Zeit zu erledigen, sondern das richtige.
Dieses Phänomen wird in „The One Thing“ sehr gut von Gary Keller und Jay Papsan beschrieben. Ihr Ansatz ist, dass du dich am Anfang immer fragst: „Was ist die eine Sache, die ich tun kann, sodass alles andere dadurch leichter oder unnötig wird?“ Die Frage zwingt dich dazu, genau hinzuschauen und zu hinterfragen. Am Anfang ist das gar nicht so einfach, fällt mit etwas Übung aber immer leichter. Und der schöne Nebeneffekt ist, dass dadurch nicht selten andere Aufgaben obsolet werden.
Wusstest du, dass Multitasking alles andere als gut ist? Im Schnitt dauert es etwa 23 Minuten, bis man sich nach einer Unterbrechung wieder richtig konzentrieren kann. Selbst, wenn diese Unterbrechung nur wenige Sekunden gedauert hat. Unser Gehirn ist nicht auf Multitasking ausgelegt. Auch, wenn man das Gefühl hat, parallel zu arbeiten, muss unser Gehirn ständig zwischen den einzelnen Aufgaben umschalten. Dadurch hat nichts unsere volle Aufmerksamkeit und es dauert länger bei weniger guter Qualität. Fokussieren wir uns hingegen auf eine Aufgabe und bringen diese erst zu Ende, bevor wir die nächste angehen, liefern wir meistens bessere Ergebnisse.
Doch am allerbesten ist es immer, wenn dir deine Arbeit Spaß macht und dich erfüllt. Darum ist das Buch „Feel-Good-Productivity“ von Ali Abdaal eine super Ergänzung. Sein Argument: Produktivität hat nichts mit Disziplin zu tun, sondern mit Energie. Wer Freude an dem hat, was er tut, benötigt keine Willenskraft.
Diesen Monat geht es darum, vom simplen Suchen nach Beschäftigung auf Wirkung umzuschalten. Das benötigt etwas Übung und einen ehrlichen, kritischen Blick, doch spart am Ende Unmengen Zeit und Nerven. Schließlich bringt es uns nichts, wenn wir uns so sehr verausgaben, dass wir irgendwann im Burnout landen!
Also, lass uns starten mit der Frage an uns selbst: „Was von dem, was wir täglich tun, bringt uns wirklich weiter?“
Eine Frage verändert alles
Keller und Papasan argumentieren, dass hinter jedem großen Ziel eine einzige Schlüsselaufgabe steckt, die eine Sache, die alles andere ins Rollen bringt. Wer sich diese Frage jeden Morgen stellt und ehrlich beantwortet, arbeitet automatisch an den richtigen Dingen.
„Was ist die eine Sache, die ich heute tun kann, sodass mein Business morgen einen echten Schritt weiter ist?"
Multitasking ist eine Lüge
Das menschliche Gehirn kann nicht wirklich mehrere Dinge gleichzeitig tun. Was wir Multitasking nennen, ist schnelles Wechseln zwischen Aufgaben. Und jedes Wechseln kostet Zeit und Energie. Konzentriertes Arbeiten an einer Sache ist immer effizienter als verteilte Aufmerksamkeit.
Teste es selbst einmal: Arbeite morgen zwei Stunden lang an einer einzigen Aufgabe, während du alle Unterbrechungen (Handy, Tabs, E-Mails,..) ausschaltest.
Manage nicht nur deine Zeit, sondern auch deine Energie
Abdaal zeigt, dass Produktivität keine Frage der Stunden ist, sondern der Energie. Wer ausgebrannt ist, schafft in acht Stunden weniger als jemand, der motiviert ist, in vier. Die wichtigste Ressource ist nicht die Zeit im Kalender, sondern der Zustand, in dem deine Arbeit angehst.
Wann fühlst du dich am Tag am meisten energiegelande? Das ist der Slot für deine wichtigste Aufgabe. Und nein, das sind nicht deine E-Mails!
Nein sagen ist eine Produktivitätsstrategie
Jedes Ja zu etwas ist ein Nein zu etwas anderem. Wer zu allem Ja sagt hat keine Strategie, sondern reagiert nur. Fokus entsteht nicht durch mehr Planung, sondern durch konsequentes Ablehnen von allem, was nicht zur „einen Sache“ gehört.
Was steht diese Woche in deinem Kalender, das du eigentlich streichen könntest, ohne, dass etwas Wichtiges verloren geht?
Die tägliche Frage
Stell dir jeden Morgen, bevor du anfängst zu arbeiten, die Frage, welche eine Sache dich heute wirklich weiterbringt. Dies ist die eine Aufgabe, die du vor allen anderen ToDos erledigst.
Zeitblöcke statt offene Kalender
Diese Übung wird auch Timeblocking genannt. Du planst deine wichtigsten Aufgaben als festen Block mit genug Pufferzeit, am besten direkt zum Beginn deines Arbeitstages. Dieser Block ist fest, er kann nicht verschoben, unterbrochen oder geopfert werden. Idealerweise planst du dir mindestens 90 Minuten für fokussiertes Arbeiten ein.
Die Energie-Inventur
Führe mindestens drei Tage lang ein Energie-Protokoll. Wann fühlst du dich energiegeladen, wann läufst du auf Sparflamme? Welche Aufgaben geben dir Energie, welche rauben sie? Das Ergebnis zeigt dir, wie du deinen Arbeitstag für dich passend strukturierst.
- Welche Aufgabe in deinem Business hat den größten Hebel? Also die eine Sache, die alles andere leichter macht
- Womit verbringst du die meiste Zeit, das aber am wenigsten zu deinem Wachstum beiträgt?
- Was raubt dir am meisten Energie und was kannst du dagegen tun?
- Was müsstest du ablehnen oder delegieren, damit du dich wirklich auf das Wesentliche konzentrieren kannst?
The One Thing
Ein klares Argument gegen Multitasking und Ablenkung. Keller zeigt, wie die Fokussierung auf eine einzige Aufgabe mehr bewirkt als jede To-do-Liste der Welt.
Feel Good Productivity
Abdaal argumentiert, dass nachhaltige Produktivität nicht aus Disziplin entsteht, sondern aus Freude. Ein frischer, menschlicher Gegenpol zu klassischen Effizienz-Ratgebern.
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